Seit einigen Jahren versuche ich nachhaltiger zu leben und werde in meiner Familie schon liebevoll „Öko“ genannt. Immer dann, wenn ich mal wieder nett gemeinte Ratschläge verteile ;). In meiner Jugendzeit war es bei vielen verpönt, ökologisch zu denken und zu handeln. Es war uncool. Ich bin froh, dass seit einiger Zeit ein Umdenken bei der jüngeren Generation stattfindet und Nachhaltigkeit mittlerweile hoch im Kurs steht. Schließlich haben wir nur eine Mutter Erde und die gilt es zu beschützen. Denn was gibt es Schöneres, als ins Grüne zu fahren und die Natur zu genießen?! Den Waldduft zu riechen, das Bächlein plätschern zu hören und die Vögel zwitschern. Und weil es gar nicht so schwer ist, ökologisch zu leben, habe ich euch heute 17 umweltschonende Ideen für mehr Nachhaltigkeit in der Küche mitgebracht. Ihr tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für euren Geldbeutel.

Ich zeige euch nicht nur, wie man Bienenwachstücher selbst herstellt, sondern auch wie man Mülltüten aus Zeitungspapier faltet. Erstere halten viele Monate, wenn nicht sogar Jahre. Zweitere sind easy peasy gefaltet und können sogar zum Einkaufen für Obst & Gemüse verwendet werden. Mein Teenetz aus Baumwolle besitze ich bestimmt schon 15 Jahre oder länger. Dieses leistet mir jeden Tag gute Dienste. Nach Gebrauch den losen Tee einfach im Biomüll entsorgen, das Teenetz mit Wasser auswaschen und zum Trocknen aufhängen. Genauso verfahre ich mit dem wiederverwendbaren Kaffeefilter, ebenfalls aus Baumwolle.

WOCHENMARKT MIT EINKAUFSTROLLEY

Seit langer Zeit schon liebe ich es, auf dem Wochenmarkt einkaufen zu gehen. Früher bin ich oft mit dem Rad gefahren, um die schweren Einkäufe nicht tragen zu müssen. Heute gehen wir oft zu Fuß zum Altstadtmarkt Braunschweig und nehmen einen Einkaufstrolley mit. Bei Omi’s früher oft als Hackenporsche bezeichnet, gibt es heutzutage wirklich sehr schicke Modelle. Diese sind nicht nur super praktisch, sondern darin lassen sich auch allerhand Lebensmittel verstauen. Keine schweren Einkaufstaschen mehr, die auf den Schultern lasten. Super praktisch finde ich ebenfalls Obst- und Gemüsenetze. Ob nun im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt, wir haben sie immer beim Einkaufen dabei. Spültücher aus Baumwolle nutze ich seit vielen Jahren. Findet ihr nicht auch, dass diese viel hübscher sind als Wegwerfspültücher oder diese hässlichen gelben Schwämme?

KRÄUTER SELBST ANBAUEN

Vom Frühling bis in den Herbst bauen wir auf dem Balkon und im Hinterhofgarten Kräuter & Gemüse selbst an. Im Winter greife ich oft zu Kräutertöpfen aus dem Supermarkt. In Zinkübertöpfen sehen diese besonders hübsch aus. Und diese Gießkanne passt perfekt dazu. Allerdings gibt es auch hier die Möglichkeit auf die Kunststofftöpfe zu verzichten. Mit dem Anzuchtsset Kräuter kann man seinen grünen Daumen testen. Ich habe es mit Schnittlauchsamen probiert und siehe da, nach einer Woche fingen diese schon an zu sprießen. Ich habe zum Keimen eine Glasglocke über das Gefäß gestülpt. Diese hält die Wärme besser, gerade jetzt in der kalten Jahreszeit. Alternativ könnt ihr auch eine Glasvase nehmen und diese verkehrt herum über das Anzuchtsset stülpen. Je sonniger & wärmer der Standort, desto besser die Keimfähigkeit.

ZUBEHÖR DIY BIENENWACHSTÜCHER:

  • sauberer Baumwollstoff (ich habe hier z. B. ein Geschirrtuch verwendet)
  • Schere
  • Backpapier
  • Jojoba- oder alternativ Olivenöl
  • Backpinsel
  • Bio Bienenwachs Pastillen
  • Holzklammer

SO GEHT’S:

  1. Backofen auf 85 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Stoff in gewünschter Größe zuschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit etwas Jojoba- oder Olivenöl bepinseln und die Bio Bienenwachs Pastillen darauf verteilen. Ich habe für ein 37 x 24 cm großes Stoffstück ca. 25 g Bienenwachs Pastillen verwendet.
  2. Backblech auf die mittlere Schiene für ca. 5 – 8 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben, bis die Bienenwachs Pastillen geschmolzen sind.
  3. Bienenwachstuch zum Trocknen aufhängen.

BIENENWACHSTÜCHER VERWENDUNG & REINIGUNG

Bienenwachstücher sind so vielfältig verwendbar und ersetzen die Frischhaltefolie komplett. Damit lassen sich z. B abgekühlte Kochreste in einer Schüssel abdecken. Oder ihr verwendet sie, um Gemüse einzupacken. Wie oft isst man z. B. nur ein Stückchen Gurke oder Kohlrabi. Die Schnittfläche einfach mit einem Bienenwachstuch umwickeln. Lebensmittel aus dem Garten, wie z. B. Salat oder Kräuter halten in Bienenwachstüchern länger frisch und sind weniger anfällig für Schimmel. Wunderbar lässt sich auch das Pausenbrot darin verpacken. Durch die Wärme deiner Hände wird das Tuch flexibel und die Enden lassen sich besser zusammendrücken. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber es sollen sich auch Lebensmittel wie z. B. Brot oder Kräuter darin einfrieren lassen. Das werde ich auf jeden Falls als Nächstes ausprobieren.

Gereinigt werden Bienenwachstücher mit kaltem Wasser und bei Bedarf mit etwas mildem Spülmittel und einer sanften Bürste. Sobald das Tuch trocken ist, kann es wiederverwendet werden. Hin und wieder kann man Bienenwachstücher auffrischen. Dafür gibt man sie einfach ein paar Minuten auf Backpapier bei 85 Grad in den Backofen. Abkühlen & trocknen lassen. Fertig!

Die Haltbarkeit hängt ein bisschen von der Pflege & der Nutzung ab. In der Regel halten Bienenwachstücher ca. 1 – 2 Jahre. Danach können sie kompostiert oder als Anzündhilfe für Kamin und Grill verwendet werden.

ZUBEHÖR MÜLLTÜTEN AUS ZEITUNGSPAPIER:

  • Zeitungspapier – that’s it!

SO GEHT’S:

  1. Eine Doppelseite einer Zeitung quer vor Dich hinlegen. Die linke untere Ecke nach rechts oben falten, sodass ein Dreieck entsteht und rechts ein Streifen übersteht.
  2. Den rechten Streifen nach links falten.
  3. Die linke untere Seite wieder zurückklappen, sodass Du jetzt ein Quadrat vor Dir liegen hast.
  4. Die rechte obere Ecke nach links unten falten. Nun sollte ein Dreieck vor Dir liegen.
  5. Das Dreieck so drehen, dass die lange Seite unten liegt. Nun die linke Spitze nach rechts falten.
  6. Die Zeitung umdrehen.
  7. Nun die linke Spitze ebenfalls nach rechts falten und 2 Blätter von der oberen Spitze in die „Tasche“ falten.
  8. Die Zeitung umdrehen und ebenso mit der anderen Seite verfahren.

Fertig ist Deine Mülltüte aus Zeitungspapier!

Diese kannst Du nun in Deinen Mülleimer stellen und darin Bioabfall entsorgen. Oder Du nimmst sie zum Einkaufen von frischem Obst & Gemüse.

Übrigens: kompostierbare Biomüllbeutel aus dem Supermarkt verrotten oftmals nur langsam und mit Müllbeuteln aus Plastik entsteht bei der Entsorgung zusätzlicher Abfall. Die Mülltüte aus Zeitungspapier ist eine nachhaltige und umweltschonende Alternative zu Plastikmüllbeuteln oder Biomüllbeuteln.

17 UMWELTSCHONENDE IDEEN FÜR MEHR NACHHALTIGKEIT IN DER KÜCHE:

  1. Bienenwachstücher halten Lebensmittel länger frisch und ersetzen Frischhaltefolie, Butterbrotpapier und Gefrierbeutel.
  2. DIY Mülltüten aus Zeitungspapier lassen sich easy peasy ohne weiteres Zubehör falten und sind vielseitig nutzbar.
  3. Regionale Produkte einzukaufen verringert den CO2-Ausstoß, da die weiten Transportwege wegfallen. Wir gehen z. B. jeden Samstag mit dem Einkaufstrolley zu Fuß auf den Wochenmarkt und kaufen dort regionale Produkte vom Bauern um die Ecke.
  4. Obst- und Gemüsenetze ersetzen die Plastiktüte und halten oft viele Jahre. Bei Bedarf einfach waschen.
  5. Ebenfalls lassen sich Brot, Brötchen & Co. direkt beim Bäcker in Brotbeuteln aus Baumwolle verstauen. Spart die Papiertüte.
  6. Beim Einkaufen von Wurst & Käse eigene Dosen mitnehmen. Das wird vielerorts schon von den Supermärkten unterstützt.
  7. Versuchen, nur das Einzukaufen, was man auch wirklich verbraucht. Reste zu einem leckeren Essen verwerten.
  8. Mehr selbst kochen, anstatt Fertiggerichte zu kaufen. Spart Müll, macht Spaß und ist gesellig, wenn man es gemeinsam mit Freunden macht.
  9. Für losen Tee ein wiederverwendbares Teenetz aus Baumwolle verwenden. Ich besitze meines bestimmt schon 15 Jahre und möchte nicht mehr darauf verzichten. Einmal-Teebeutel gehören der Vergangenheit an.
  10. Wer seinen Kaffee noch old school wie wir in einer Kaffeemaschine kocht oder in einem Porzellanfilter aufbrüht, der kann Kaffeefilter aus Bio-Baumwolle verwenden. Den Kaffeesatz kann man gleich zum Düngen von Pflanzen verwenden. Hortensien z. B. lieben sauren Boden und bekommen immer mal wieder Kaffeesatz von mir. Einfach auf die Erde geben und etwas einharken.
  11. Mit dem Anzuchtsset Kräuter kann man Schnittlauch, Petersilie & Dill hervorragend selbst ziehen und muss keine Kräuter im Plastiktopf kaufen.
  12. Wenn doch, dann können diese Kunststofftöpfe prima weiterverwendet werden. Ich pflanze z. B. kleine Ableger von meinen Zimmerpflanzen darin ein. Ein wunderbares Geschenk für Familie & Freunde.
  13. Schon seit vielen Jahren verwende ich nur noch Spültücher aus Baumwolle. Mit diesen wasche ich Gläser & Geschirr und säubere die Arbeitsfläche in der Küche. Diese lassen sich prima waschen und können somit immer wieder verwendet werden. Falls der Dreck mal etwas hartnäckiger ist, verwende ich Spülbürsten. Auch Flaschenspülbürsten kommen bei mir häufig zum Einsatz. Schön verstauen lassen sich die Tücher & Bürsten im Korb Metall.
  14. Geschirrtücher kann man nicht nur zum Abtrocknen von Geschirr verwenden, sondern auch um Lebensmittel wie z. B. Fisch oder Fleisch abzutrocknen. Das spart die Papierküchenrolle und somit Müll. Außerdem lässt sich damit auch die Arbeitsfläche trocken wischen.
  15. Stoffservietten anstatt Papierservietten verwenden. Macht bei Besuch auch mehr her.
  16. Meine recycelten Vorratsgläser in 500 ml und 800 ml kann ich mit zu meinem Teeladen um die Ecke nehmen und den losen Tee darin abfüllen lassen. Mithilfe einer Jutekordel lassen sich kleine Geschenkanhänger an den Gläsern befestigen. Mit einem Marker die Teesorte darauf notieren. Sieht in der Küche nicht nur hübsch aus, sondern spart die Papier- oder Kunststofftüten für den Tee.
  17. Entweder biologische Reinigungsmittel kaufen oder diese selbst herstellen. Zweiteres steht bei mir ganz oben auf der To-do-Liste.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Ideen für mehr Nachhaltigkeit in der Küche inspirieren. Wenn ihr noch den ein oder anderen zusätzlichen Tipp habt, immer her damit! Ich freue mich über eure Anregungen.

Eure Nadine

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